ich steine, du steine
header
I. Ende, hast du gesagt. Und ich habe es auch so gemeint. Ich habe mich ausgehungert für dich, ich habe mich ausgezehrt für dich. Man sagt, dass die Tiefe der Liebe erst nach der Trennung ersichtlich ist, und auch wenn du mich beim ersten Mal zerstört hast, bin ich beim zweiten Mal nicht einmal mehr gestolpert.

II. Bei unserem zweiten Treffen hast du mir von deinem Gepäck erzählt, und dass du willst, dass ich es kenne, weil du willst, dass ich verstehe. Weil du mich magst. Neulich habe ich dich wieder gesehen, glücklich, Hand in Hand, mit dem Kinderwagen vor dir. Im Endeffekt glaube ich, dass du das Ganze selbst nie verstanden hast.

III. Als ich dich das erste Mal lächeln sah, war da nur die Frage danach, wie sich die Rillen deines Schneidezahns, an dem der Sommer klebte, anfühlen, wenn man mit der Zunge darüber fahren würde. Bei dir habe ich mich das erste Mal wieder in Worten verloren, habe mit den Buchstaben getanzt und dir die Sätze auf die Haut geschrieben. Aber Poesie ist nicht für jeden und es scheint, als hätte ich eine Fremdsprache gesprochen.

IV. In dem Moment, in dem ich dir sagen wollte, dass ich über dich hinweg bin, brach mir die Stimme weg. Die sorgsam ausgewählten Worte wollten nicht mehr über die Lippen kommen. Ich wollte dir sagen, dass ich es Leid war, neben dir zu liegen und mir anzuhören, wie sehr du dich in meinen Augen verlierst. Ich war müde davon, hinter meine Lider zu greifen und dich wieder heraus zu fischen. Ich war erschöpft von dem Gedanken, dass du mich nicht halten würdest. Und dann standest du auf einmal hinter mir, hast die Arme um mich gelegt und mir den Nacken geküsst und ich habe mich gefragt, wie ich denn so müde sein kann, wenn du mich doch so sehr hältst.
12.12.16 23:04
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(15.12.16 21:41)
V. Ewiges warten. Eine Entscheidung hast du nie getroffen, dich lieber hinter dem Vorhang versteckt und gehofft, dass ich wieder gehe. Du bist der Teaser gewesen, der hungrig auf Mehr machte, hast aber den Film nie fertiggedreht. Und am Ende hab ich die Vorstellung mit der vollen Tüte Popkorn verlassen. Nur den wahren Ausgang der Geschichte werden wir nie erfahren.
Oh du salziger Nachgeschmack einer Tragödie. FIN

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de